Roger McGuinn

Mr. Tambourine Man feiert runden Geburtstag

Der am 13. Juli 1942 in Chicago als James Joseph McGuinn geborene Roger McGuinn war Gründungsmitglied der legendären Byrds. Er arbeitet mittlerweile seit vielen Jahren vornehmlich als Solokünstler. Eine Byrds-Reunion mit den noch verbliebenen Mitgliedern, David Crosby und Chris Hillman wird es wohl genau so wenig mehr geben, wie ein Rockstudioalbum bei einem großen Label.

Und wenn er gelegentlich mal wieder Aufnahmen im Studio macht, dann eher als Gastmusiker für andere Künstler oder gemeinsam mit seiner Frau Camilla für sein „The Folk Den Project“. Live ist McGuinn aber mehr als aktiv. Er tourt rastlos durch die Vereinigten Staaten, gastiert ab und an auch in Europa, meist in Großbritannien und den Niederlanden.

Am 11. Juli 2009 verschlug es McGuinn nach Jahren wieder mal nach Deutschland, wo er in der Berliner Passionskirche ein grandioses Konzert gab. Wie auch beim Konzert am 26. April 2010 in Terrytown (NY) spielte er auch in  Berlin eine atemberaubende Mischung aus traditionellen Folksongs und seinen zeitlosen Rock- und Popsongs, die in den 60er und 70er Jahren entstanden.

Der Berliner Tagesspiegel vom 13. Juli 2009 urteilte: „Keine Spur von runtergenudelter Oldie-Show. McGuinn lacht und erzählt kleine Anekdoten: Wie Bob Dylan einmal die Byrds gefragt habe, was sie denn da gerade für ein Lied spielten? "All I Really Want To Do" war Dylans eigener Song im Byrds-Stil. "Klingt gut!" habe Dylan gesagt. Klingt auch heute noch gut, wie McGuinn ihn interpretiert.“

Roger McGuinn ist und bleibt ein unverwechselbarer Sänger und außerordentlicher Gitarrist. Insbesondere wegen seiner unglaublichen Anschlagtechnik, bei der er gleichzeitig ein Plektrum zwischen Daumen und Zeigefinger hält und auf den anderen Fingern metallene Fingerpicks benutzt: eine Kombination aus Gitarren- und Banjo-Technik.

Roger McGuinn und sein Freund George Harrison haben Mitte der 60er Jahre die elektrische 12-seitige Rickenbacker weltberühmt gemacht. Man denke an „ A Hard Days Night“ der Beatles und „Mr. Tambourine Man“ von den Byrds. Der amerikanische Gitarrenhersteller Rickenbacker widmete beiden Musikern eigene limitierte Sondermodelle, die heute nur noch sehr schwerlich zu beschaffen sind.

Wie bei vielen seiner Konzerte, verwendete Roger McGuinn auch wieder ein eigens von ihm konzipiertes Modell einer 7-saitigen Martin-Akustikgitarre.

Ob nun in den USA oder Europa, die Auftritte von Roger McGuinn enden nach ein paar Zugaben in einem nicht enden wollenden Jubel für ein berauschendes Konzert.

Roger McGuinn feierte 2012 seine 70. Geburtstag. Wir wünschen ihm alles Gute.

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