Die Hammondorgel "Aurora Classic"

Instrument der Sonderklasse und Neuzugang im Studio

Das Modell "Aurora Classic" wurde von der legendären Firma Hammond in den Jahren 1979 bis 1982 gebaut. Ein fabrikneues Instrument kostete etwa 16.500,- DM, was dem damaligen Neupreis eines Kleinwagens entsprach. Ende der 70er Jahre konnte Hammond mit der neuen Generation "Aurora Classic", "Commodore", "Colonnade", "Elegante" und der "Composer-Serie" ein letztes Mal einen Meilenstein in der Entwicklung von Musikinstrumenten setzen.

Viele Kunden tauschten in jener Zeit ihre traditionellen elektromagnetischen Hammond Orgeln gegen ein Instrument der neuen Serie. Diese Instrumente waren vom "Hammond-Sound" zwar unübertrefflich und leichter bedienbar, stellten aber in Hinblick auf die künftigen technischen Entwicklungen, die maßgeblich von der "Midi-Schnittstelle" geprägt waren, eine Sackgasse dar. Erst ganz zum Schluss modernisierte Hammond das Instrument. Wie bereits vorher bei anderen Herstellern, wurde es grundlegend umfunktioniert und mit vielerlei Schnickschnack ausgestattet. Das Keyboard war geboren. Die Zeit der teuren analogen Bühnen- und Hausorgeln war zu Ende. Hammond hatte im wirtschaftlichen Sinne den Zug verpasst.

Die Hammondorgel

Unsere Hammond "Aurora Classic" verfügt über eine echte Hallspirale, Zugriegel, Röhrenverstärker und zwei eingebaute mechanische Leslie. Dazu kommen noch die damals revolutionäre Begleitautomatik, verschiedene Vibratoeffekte sowie weitere Features wie Play Accord und Key Klick. Das Instrument besitzt zwei Manuale, 13 Fußpedale, 9 Melodie- und 15 Perkussionsregister, dreichörige Strings, 16 Rhythmen zu je vier Variationen, Manualkoppeln und vieles andere mehr.

Der echte unverwechselbare Hammond-Sound war und ist aus der Welt der populären Musik nicht weg zu denken und erlebt gerade jetzt wieder, ähnlich wie das "Mellotron", eine bemerkenswerte Renaissance.

Ohne die Hammond "B-3" mit den typischen Rotationseffekten des sich drehenden "Leslie Lautsprecher Systems" ist Musik der Sechziger Jahr kaum vorstellbar. So ist der Hammond-Sound wesentlicher Bestandteil von “A Whiter Shade of Pale“, dem Überhit von Procol Harum von 1967. Die von Bach inspirierte Einleitung zum Song spielte der Organist der Band "Matthew Fisher" auf einer Hammond "M-102" ein.

Aus der Vielzahl von Künstlern und Bands, die den Hammond-Sound weltweit populär machten (insbesondere durch den Progressive Rock der 70-er Jahre), seien an dieser Stelle nur einige genannt:

Steve Winwood,  Booker T,   Billy Preston,  Jon Lord von Deep Purple (C-3),  Keith Emerson (L-100 and C-3),  Rick Wakeman von Yes (C-3) sowie  Rick Wright von Pink Floyd (zunächst M-102, später C-3) und  Tony Banks von Genesis

Welche Hammondorgel spielte eigentlich Rick Manzarek von den Doors? Die überraschende aber richtige Antwort lautet: Keine!!!     „Die Doors hatten keinen Bassisten, was Ray Manzarek dadurch kompensierte, dass er mit der einen Hand die rhythmische Begleitung auf einer "Vox-Continental-Orgel" und mit der anderen die Bassbegleitung auf einem "Fender Rhodes Piano Bass" spielte.“

Wer mehr zum Thema Hammondorgel und ihrem Erfinder wissen möchte, dem empfehlen wir auch folgenden Radiobericht von Radio 1 des RBB:

Wer was zu Schmunzeln haben möchte, dann den legendären "Barry Morgan" auf seiner Hammond "Aurora Classic".